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In Nairobi brauche ich eine neue Vorderradnabe. Im Laufe der Zeit hat es die Lager zerlegt. Das Rad rollt zwar noch, aber die Kugellager bremsen erheblich und ich weiß nicht, wie lange sie noch mitmachen.

Zwar hat der Campingplatz eine angeschlossene Werkstatt, aber leider nicht das richtige Werkzeug um meine Nabe zu öffnen und die Lager zu tauschen. Der Inhaber Chris empfiehlt mir einen Laden, dem er das zutraut. Und der ist nur 4km entfernt.
Aber als ich einen Tag später mein Laufrad dort abhole, bekomme ich eine Absage. Auch die haben kein passendes Werkzeug, was mich ein wenig verwundert. Eigentlich sind Afrikaner Meister der Improvisation. Ich vermute, sie haben einfach Angst, etwas kaputt zu machen.

Gegen Gebühr kann man seinen Wagen auch auf dem Campingplatz abstellen - for a commission, you can leave your car at the campsite

Gegen Gebühr kann man seinen Wagen auch auf dem Campingplatz abstellen – for a commission, you can leave your car at the campsite

Bleibt mir nur noch, meinen Fahrradhändler Zuhause zu kontaktieren, ob er mir ein neues Ersatzteil schicken kann.
Und das erledigt er auch ganz unbürokratisch.
Vielen, vielen Dank an Christian Wiedemann, dem inhaber von Fahrrad Peitz in Gütersloh.
Leider dauert der Versand zwei Wochen, aber ich hatte sowieso vor, hier etwas länger zu bleiben.

Und ich nutze die Zeit und freunde mich mit der Einheimischen Christine an, die mir ein wenig die Stadt zeigt, die sich kaum von europäischen Großstädten unterscheidet.

Gütersloh ist wirklich überall - Gütersloh is everywhere

Gütersloh ist wirklich überall – Gütersloh is everywhere

Es gibt zwar immer noch Kleinigkeiten, die anders sind, aber ich bin ja auch auf einem anderen Kontinent, nicht wahr?

Außerdem lerne ich hier auf dem Zeltplatz mal wieder, dass Menschen, die die gleiche Leidenschaft teilen, mir nicht unbedingt sympathisch sein müssen. Aber so ist das mit Allem im Leben. Man kann Menschen nicht an einer Charaktereigenschaft festmachen.

Ich bin kein Fan von Schubladendenken, aber einfach mal aus Spass gibt’s hier jetzt eine, nicht ganz ernstzunehmende, Liste von Langzeitreisenden:

-Der Rentner
hat sein Leben lang auf diese Reise gespart, sich aber im Laufe seines Lebens einige Vorurteile und andere Eigenarten angeeignet
-Der Abenteurer
verzichtet nach Möglichkeit auf jeglichen Komfort und hält selbst ein Zelt für übertriebenen Luxus
-Der Sportler
Kultur ist nicht seins. Er möchte nur so schnelll wie möglich ans Ziel und im besten Fall sogar einen Rekord aufstellen
-Der Nomade
hat meistens ein Auto und verdient unterwegs sein Geld. Entweder mit kleineren Jobs oder selbstständig. Manchmal auch übers Internet
-Der Backpacker
ist eine Spezies, die immer öfter anzutreffen ist. Meistens befindet er sich gerade zwischen Studium und Job und möchte die Welt entdecken und möglichst viel erleben
-Der Student
reist, weil es seinem Studium gut tut. Bleibt aber wegen dieses Studiums auch mal länger an einem Ort.
-Der Spendensammler
macht seine Reise hauptsächlich um Spenden für einen guten Zweck zu sammeln und hat einige Sponsoren, die ihn dabei unterstützen.
-Der Leidenschaftliche
hat sein Leben lang nichts anderes gemacht und möchte von seinen Reisen so viele Eindrücke wie möglich mitnehmen. Bleibt dafür auch mal länger an einem Ort und freundet sich mit den Einheimischen an. Teilweise hilft er ihnen sogar bei der Arbeit
-Der Träumer
ist nicht wirklich ein Reisender, träumt aber immer davon, einmal im Leben loszufahren. Ob er dann tatsächlich irgendwann mal unterwegs ist, steht auf einem anderen Blatt.
-Der Vorbereiter
ist im Gegensatz zum Träumer schon einen Schritt weiter und könnte mit seiner Ausrüstung jederzeit losfahren, tut es aber wahrscheinlich ebensowenig. Für ihn ist die Ausrüstung das Hobby, nicht das Reisen.

Wo ich mich in dieser Liste sehe, behalte ich mal für mich.
Und ich wiederhole es noch einmal:
Die Liste bitte nicht ernst nehmen.

Waiting

In Nairobi I need a new front hub for my bike. After this time, the bearings are gone. I can still cycle, but it slows me down and I don’t know, how long the hub will last.

The Campsite has a workshop, but unfortunately not the right tools to open the hub and change the bearings. But the owner Chris tells mme about a shop, who might be able to fix it. And it’s only 4km away.
But when I get my wheel back at the next day, they tel, they can’t help me. They also don’t have the right tools. I’m a bit surprised. Africans are masters of improvisation. But maybe, they’re just scared to break it.

Gegen Gebühr kann man seinen Wagen auch auf dem Campingplatz abstellen - for a commission, you can leave your car at the campsite

Gegen Gebühr kann man seinen Wagen auch auf dem Campingplatz abstellen – for a commission, you can leave your car at the campsite

So I contact my bike trader home, if he can send me a new part. And he does.
Lots of Thank to Christian Wiedemann, owner of Fahrrad Peitz in Gütersloh
Unfortunately it takes two weeks for the hub to arrrive, but I wanted to stay here a bit longer anyway.

So I use the time, to make friends with Cristine, a local, who shows me around town, which is surprisingly european.
There a some small things, yes. But we are on a different continent, right?

Gütersloh ist wirklich überall - Gütersloh is everywhere

Gütersloh ist wirklich überall – Gütersloh is everywhere

And I learn, that people with the same passion have not automatically be sympathic. But it’s with ereything in life. You can’t define people with only one part of them.

I’m not a fan of putting people in boxes, but just for fun, I’ve made a list of different types of long time travellers.

-the retired
saved his money all his life for this trip, but has also some characteristics and prejudgements
-the adventurer
doesn’t use any luxury. Not even a tent
-the sportsman
is not the type for culture. He want’s to challenge himself and maybe make a new record
-the Nomad
has mostly a car and earns his money on the way. Sometimes via the internet
-the Backpacker
is a species, you can find more often. HHe is mostly between college/university and his first job and wants to travel and make lots of experiences
-the student
travels for studies. So he stays longer at one place
-the fundraiser
makes the trip not for himself, but to collent donations for an organisation and has some sponsors, who support him
-the passionate
travels for his whole life and want a much experience as possible. He stays longer at the places and make friends with the locals. Sometimes he helps them at work
-the dreamer
doesn’t really travel, but dreams about the big trip. If he ever does it, is another story
-the preparer
is one step further. He has the gear to go, whenever he wants, but he never does. For him the gear is the Hobby, not traveling.

Where I see myself in this list? I don’t know. Find out yourself.
And again:
Please take this list too serious.