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Jetzt bin ich seit drei Wochen wieder Zuhause und habe auch schon wieder mit der Arbeit begonnen.
Ziemlich oft höre ich die Frage, ob ich mich denn schon eingelebt hätte.

Zuerst:
Ich habe kein Problem mit dem hiesigen Wetter oder den mancherorts recht hohen Preisen (insbesondere für Dienstleistungen). Auch komme ich inzwischen wieder mit dem frühen Aufstehen klar. Immerhin habe ich einen Job, das erspart mir einen Teil des „Auszeitblues“.

Womit ich aber immer noch Probleme habe, ist die Mentalität vieler Menschen hier vor Ort. Hier in Ostwestfalen (meiner Heimat) scheint das Motto zu gelten: „Kenn ich nicht, rede ich nicht mit.“
Und das ist ein Punkt, den ich sehr, sehr traurig finde.
In Afrika sind viele Menschen von sich aus auf mich zugekommen. Ich weiß zwar, dass das auch mit meiner Hautfarbe und meinem ungewöhnlichen Fahrrad zusammenhängt, aber das würde es hier nicht geben.
Wenn hier jemand Ungewöhnliches auftaucht oder gar ein Fremder um die Ecke kommt, dann schaut zwar jeder neugierig, aber eben nur heimlich. Von Ansprechen ganz zu schweigen. Geredet wird dann im Familien- und Bekanntenkreis. Über einen Unbekannten. Leider ist das der beste und effektivste Weg um Gerüchte und Ängste entstehen zu lassen.

Ich habe gerade eben wieder gemerkt, dass es leider viel zu viele Menschen gibt, die immer nur schimpfen und sagen „Früher war alles besser!“
Ich wil damit nicht sagen, dass heute alles super ist, aber die Welt nur in Schwarz/Weiß zu sehen, macht in meinen Augen sowieso keinen Sinn.

Von einem anderen Reisenden habe ich einmal eine Geschichte von einem Afrikaner (die Nation weiß ich nicht mehr) gehört, der ein paar Hühner bekommen hat, um sich eine Farm aufbauen zu können. Eine Woche später waren alle Hühner weg, weil dieser Mann sie an seine Nachbarn verteilt hätte.
Besagter Reisender sah darin, dass Afrikaner nicht langfristig planen können. Das mag stimmen, möchte ich aber nicht weiter ausführen.
Ich sehe dahinter eher den sozialen Gedanken, den ich hier in Deutschland enorm vermisse. Hier merke ich wieder, was Ellenbogengesellschaft eigentlich bedeutet.
„Hauptsache, mir geht’s gut, alles andere ist mir egal.“

So, genug aufgeregt, denn eine gute Nachricht habe ich noch: Das Spendenziel von 1000€ für die SOS-Kinderdörfer ist erreicht. Vielen Dank dafür.

Und zum Abschluss gibt’s noch ein 13 minütiges Video von meiner Reise.
Viel Spass und Danke für eine Unterstützung.

13 minutues

Now, I’m home for three weeks and already started to work.
Very often I hear the question, if I have conpletely arrived home.

First:
I have no Problem with the local weather and the high prices (espeacally for service). And I get used to getting up early.

My biggest Problem are still the people here in my home. Some people seem to say „I don’t know you, I don’t talk to you.“
That’s what I find very, very sad.
In Africa some people came to me and wanted to talk. Okay, some did it, because I’m white and have an unusual bike.
If a stranger arrives here, people look at him, but don’t talk to him. They talk about him with their families or friends instead with him.
That’s how rumors and fear begins.

I’ve noticed, that there are very much people, who do nothing else, than complaining about the current situation. „Twenty years everything was better!“
I don’t say, that in the present everything is perfect, but for me it makes no sense to see the world in black and white.

From another traveller, I’ve heard a story about an African, who got a few chicken to build a farm.
One week later, the chicken were gone and there was no farm.
The Traveller said, that the African was not able to plan for the future, because he gave the chicken to his neighbours. This mmight be true, but I also see the social aspect. He shared the chicken with his neighbours so everyone could have some.
Here I see, what egoism really means.
„Me first, everyone else second.“

But enough complaining. I got some good news. The fundraising for the SOS-childrens village has reached the goal of 1000€.
Thanks for your support.

And I have made a 13min. shortvideo.
Enjoy it and thanks for your support.